Schloss Großkmehlen
„Schloss Großkmehlen“

Infolge des mittelalterlichen deutschen Landesausbaues kam es um 1200 auch im Pulsnitz-Schwarze Elster-Gebiet zur Errichtung von Grenzschutzanlagen.

Besonders hier im Interessensgebiet der unterschiedlichsten Territorialmächte der Niederlausitz, der Oberlausitz und der Mark Meißen mußten geordnete Verhältnisse bestehen. So entstanden entlang der Grenzflußläufe herrschaftsbedingte Burgenketten.

Die Burg zu Großkmehlen auf der Markmeißner Pulsnitzseite bedingte die zu Lindenau auf der Oberlausitzer Pulsnitzseite als Grenzdeckung.

Das Wasserschloß Großkmehlen entwickelte sich in der Folge über einen Burghügel, steinernen Rechteckbau, Wohnturm mit angebautem Palas und Torturm und die konstruktive Verbindung dieser Elemente mit Innenhof. Besonders hervorzuheben sind dabei die benutzten spätgotischen Elemente wie Zellengewölbe, Türeinfassungen mit Stabüberschneidungen und Vorhangbogenfenster, die auf den berühmten Erbauer der Meißner Albrechtsburg, Arnold von Westfalen, hinweisen.

Als die Herren von Lüttichau Residenzpflichten wahrzunehmen hatten, umgeben vor 1560 die Vettern Wolfgang und Hans, unter der Einbeziehung der mittelalterlichen Baukörper, diesen mit einem Mauer-Turm-Kranz und aufgesetzten äußerst seltenen Trichterdachstuhl. So entstand der bis heute bekannte Renaissancebau. Als Vorbild diente die zwischen 1542-1546 errichtete landesherrliche Moritzburg bei Dresden.

Seit dem Jahr 2000 bildet das Schloß den Mittelpunkt des jährlich zum Tag des offenen Denkmals (2. Sonntag im September) durchgeführten vielbesuchten Schloß- und Hopfenfestes. (KR)
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