Schloss Lindenau
„Schloß Lindenau“

Infolge des mittelalterlichen deutschen Landesausbaues kam es um 1200 auch im Pulsnitz-Schwarze Elster-Gebiet zur Errichtung von Grenzschutzanlagen.

Besonders hier im Interessensgebiet der unterschiedlichsten Territorialmächte der Niederlausitz, der Oberlausitz und der Mark Meißen mußten geordnete Verhältnisse bestehen. So entstanden entlang der Grenzflußläufe herrschaftsbedingte Burgenketten. Die Burg zu Großkmehlen auf der Markmeißner Pulsnitzseite bedingte die zu Lindenau auf der Oberlausitzer Pulsnitzseite als Grenzdeckungen.

Das Wasserschloß Lindenau entwickelte sich über einen Turmhügel und einen nachfolgenden gotischen Bau, dessen geringe Reste noch heute an der Südseite zu entdecken sind, zum Renaissanceschloß. Der Baubeginn liegt im Jahr 1584. Erst 1609 kam es zum Aufbau des dem Rechteckbau vorgesetzten Turmes.

Für 1660 sind weitere Baumaßnahmen verzeichnet. 1709 erhielt der Turm ein neues Dach und an der Stelle der Uhr ein viertes Fenster. 1783 entstanden sein Helm und die Laterne neu.
Im Jahr 1900 wurde wieder eine Turmuhr im Fensterausschnitt der Dorfseite des Turmes eingebaut. 1923/24 sind der Gartenfront zwei querrechteckige Seitenflügel zugefügt worden, so daß nunmehr der Eindruck einer barocken Dreiflügelanlage entstand. Die Nordseite erhielt zur gleichen Zeit einen Rundturm mit Kegeldach. (KR)